15.000 identifizierte französische Soldaten liegen auf dem französischen Nationalfriedhof vor dem Beinhaus von Douaumont, das seinerseits 130.000 unbekannte Gefallene verschiedener Nationen beherbergt. Dort reichten sich 1984 der französische Staatspräsident Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Kohl die Hand und gedachten der Toten der beiden Weltkriege. Betroffen erfuhren die Schüler aus Andernach, dass Hunderttausende deutscher und französischer Soldaten ihr Leben verloren für einen lächerlichen Meter Geländegewinn. 43 französische und 29 deutsche Heeresfriedhöfe legen von ihrem Tod Zeugnis ab. Schaudernd schritten die Abiturienten durch die feuchten, kalten und dunklen Gänge der Festung Douaumont. Deutsche und Franzosen eroberten sie abwechselnd. Unter Wassermangel, fehlender Belüftung und unerträglichem Lärm der Einschüsse litten beide Gruppen unvorstellbar.
Den Abschluss der Besichtigung bildete der Ort, an dem das Dorf Fleury stand, eines der neun niemals wieder aufgebauten Dörfer. An dieser Stelle war der Boden in einem Maß mit Waffen, Schrott und Gebeinen bedeckt, dass sämtliche Spuren einer menschlichen Behausung oder Vegetation verschwunden waren. Heute wachsen wieder Gras und Bäume und Steine markieren die Stellen, an denen Gebäude gestanden hatten.
Nie wieder Krieg! Das war die Lehre dieses Geschichtsausflugs in die Schrecken des 1. Weltkrieges. Diese Forderung wurde auch 1918 erhoben Und doch erhielten in Verdun manche Soldaten ihre Feuertaufe, die im 21 Jahre später als Generäle wieder Krieg führten.
Wiebke Bartholomae









