24. April 2009: Historische Exkusion nach Verdun
Oberstufenschüler des KSG erlebten Verdun als Schauplatz europäischer Kriegsgeschichte und Versöhnung
1916 erlangte die deutsch-französische Feindschaft durch die "Hölle von Verdun" ihren verhängnisvollen Höhepunkt. 1984 erfuhr die 1963 begonnene deutsch-französische Freundschaft durch eine Geste ihren symbolischen Höhepunkt. Damals trafen sich der französische Staatspräsident Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl als erste offizielle Vertreter der beiden ehemaligen "Erbfeinde" vor dem Gebeinhaus in Verdun, um der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken und sich an diesem geschichtsträchtigen Ort die Hand der Versöhnung zu reichen.
Diesen historischen Weg konnten die Schüler aller Geschichtskurse der 12. Jahrgangsstufe in Begleitung ihrer Fachlehrer in einer eintägigen Exkursion in eindrucksvoller Weise nachgehen.
Schweigend standen sie vor den mit Rosen bepflanzten Grabkreuzen, die an die 15.000 Franzosen erinnern, die 1916 bei den Kämpfen um Verdun gefallen sind. Auf dem Weg vom Friedhof zum Gebeinhaus mit 130.000 überresten von deutschen und französischen Soldaten stießen sie auf die große Versöhnungstafel mit der bedeutenden Inschrift: "Wir sind Freunde geworden."
Viele erschütternde Einzelheiten über die unvorstellbar harte Realität des Soldatenlebens erfuhren die Schüler im unterirdischen Gängesystem der Festungsanlage "Fort Douaumont", die sowohl unter französischem als auch deutschem Kommando gestanden hatte. In Fleury, einem von neun lothringischen Dörfern, die vollständig zerstört wurden und deren Wiederaufbau wegen der Verseuchung mit Giftgas und Munition unmöglich war, endete der Studientag. Von der Fassade der dort wiedererrichteten Kapelle aus verkündet die "Notre Dame de l’Europe" die Botschaft von Frieden und Versöhnung an die Besucher, die nicht nur hierhin kommen, um sich auf den ehemaligen Schlachtfeldern ein Bild von den Schrecken des Krieges zu machen. Die mit der Fahne der Europäischen Union umhüllte Madonna weist auf die andere Dimension dieser bedeutenden Gedenkstätte hin. Um diese Erfahrung bereichert kehrte die Gruppe nachdenklich nach Andernach zurück.
Annemie Girgert



















