Am Mittwoch, 21.01.2009, machten die beiden Leistungskurse Sozialkunde und der LK Geschichte der MSS 11 eine Exkursion zur NS-Ordensburg Vogelsang im Nationalpark Eifel an der belgischen Grenze.
Um 8 Uhr war Abfahrt am Wendekreis und nach einer zweieinhalbstündigen Busfahrt quer durch die Eifel kamen wir bei gefühlten Minusgraden im ehemaligen "Schulungslager" der NSDAP an, in dem von 1936 bis 1939 rund 500 künftige Führungskräfte der Partei ausgebildet wurden.
Nach einer kurzen Begrüßung auf dem "Adlerhof", dem Zentrum der Anlage, und einem einleitenden Vortrag zur Geschichte und zur Nutzung des Baus, mit dem 1934 begonnen wurde, machten wir uns mit der Gruppenleiterin zu einem Geländerundgang um das Gebäude auf. Dabei konnten wir zunächst das sog. Appellpodest betrachten, von dem aus Reden und Vorträge gehalten wurden. Anschließend besichtigten wir den unteren Teil der Anlage, von dem aus erst die ganze Wucht des Propagandabaus zum Tragen kam: über uns erhoben sich neben dem Hauptgebäude die ehemalige Schenke im Westflügel und der Ostflügel, in dem sich zur NS-Zeit der Speisesaal befand und an den sich ein 48 Meter hoher Turm anschließt, der früher einen Hörsaal beherbergte. Unter uns am Hang konnte man acht der ursprünglich zehn Gemeinschaftshäuser erkennen, die von je 50 "Junkern" bewohnt wurden. Außerdem sahen wir Reste der Freilichtkinobühne, des Sportplatzes und des Schwimmbads, die den Junkern während ihrer Ausbildung zur Verfügung standen.
Da uns allen nach etwa einer Stunde Führung ziemlich kalt war, machten wir 20 Minuten Pause im "Forum" des renovierten Hauptgebäudes, wo es unter anderem eine informative Ausstellung und einen Film zum Thema "Nürnberger Gesetze" zu betrachten gab. Nach einer kurzen Stärkung im Café des Informationszentrums ging es dann mit aufgewärmten Füßen wieder ins Gelände, wo wir das nahe gelegene ehemalige Frauenhaus und ein weiteres großes Gebäude besichtigten, das etwas höher gelegen war und ,geplant als "Haus des Wissens", mit dem Adlerhof verbunden werden sollte, wozu es jedoch nie kam. Ihren Abschluss fand unsere Führung in der Burgschenke im Westflügel von Vogelsang, wo wir uns nach einem abschließenden Vortrag und einer kurzen Reflexion von unserer Gruppenleiterin verabschiedeten und die Rückreise antraten.
Das Gelände um Vogelsang im Städtedreieck Schleiden, Heimbach und Gemünd wurde seit 1946 von belgischen Militärs als Truppenübungsplatz genutzt und war der öffentlichkeit somit weitgehend unzugänglich. Erst im Dezember 2005 wurde das Areal an die Bundesrepublik zurückgegeben. Anfang 2006 folgte dann der Beschluss zum Ausbau der Anlage und zur Nutzung als Besucher- und Informationszentrum.
Die Besichtigung der ehemaligen NS-Ordensburg konnte uns allen einen guten Einblick in die NS-Ideologie und die Propaganda-Politik des Dritten Reichs geben. Die Führung war interessant und wurde von dem sehr gut erhaltenen Gebäude hervorragend veranschaulicht. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt, sodass wir die im Hang gelegenen Teile des Baus nicht besichtigen konnten, die wegen Frost gesperrt waren. Trotzdem hat der Ausflug Spaß gemacht und auf jeden Fall gelohnt.
